So, der erste Vormittag ist rum. Zeit, mal unendliche Tweets, Impressionen und Gedanken zu einem ersten Fazit zusammenzufassen.
Positiv:
- Der Vortrag von David Weinberger zu ‘Leadership at the End of the Age of Information’ war ‘ne Wucht. Hoffe sehr, dass es das Ding nachher noch mal als Video gibt. Nachtrag: Und da ist es schon.
- Itay Talgam, Dirigent aus Israel, hat mit seiner Analyse von verschiedenen Dirigenten und ihre Art ihr Orchester zu leiten, in die selbe Leadership-Kerbe geschlagen, mal aus einer ganz anderen Perspektive. Beängstigend dabei nur mal wieder die Bereitschaft eines Publikums, alles zu machen, was ihm von einer Bühne gesagt wird.
- Helen Fisher, biologische Anthropologin, hat ihren Vortrag zur, sagen wir mal, Chemie der Liebe gehalten. Sie steckt unter anderem gerne mal Leute in einen Hirnscanner und zeigt ihnen dann Bilder ihrer Liebsten, um zu sehen, was in ihrem Hirn dabei passiert. Sehr spannende Einblick aus der Wissenschaft, bei der die Herausforderung darin bestand, die Erkenntnisse auf das eigene Gebiet (z.B. Startups oder Webdesign) herunter zu brechen.
- Das Frühstück war einfach, aber gut und damit der Start in den Tag gesichert.
- Das Veranstaltungsgebäude passt perfekt. Sehr groß und offen, modern und stylisch. Und die Deko-Verantwortlichen haben ihr Übriges getan, um gerade den Lounges und Networking-Bereiche ein sehr angenehmes Flair zu geben.
- Loic LeMeur ist der geborene Gastgeber und versprüht viel positive Stimmung. Er kümmert sich sogar persönlich um die technischen Probleme seiner Redner. Man merkt ihm den Stress, die die Orga so einer Veranstaltung bedeutet, nicht an.
Negativ:
- Wir verstehen, dass diese sogenannten Fireside-Chats (Interviews) mit den großen Unternehmen (Google, Microsoft, Mypace, 23AndMe) nötig sind, um sie als Sponsoren zu gewinnen. Schade ist nur, dass sie nie etwas Spannenderes zu erzählen haben als glatt gebügelten PR-Talk. Chancen verpasst.
- Es ist verdammt kalt in Paris. Es hat sogar angefangen zu schneien. Leider gibt es massive Probleme mit der Heizung, was dazu führt, dass fast jeder in dicker Winterjacke dasitzt. Zehen und Finger werden langsam taub.
- Die Swisscom, die hier für die Internetversorgung zuständig ist, macht sich keine Freunde. Es ist allgemein sehr langsam und mit WLan kommt man häufig sogar nicht mal rein.
- Das Frühstück war okay, das Mittagessen dagegen praktisch nicht existent. Es gab ein paar, also 2, Häppchen, die sofort von den hungrigen Massen verschlungen wurden.
Leider sind Wärme, Wifi und Essen essentielle Faktoren für das Wohlbefinden von Geeks auf einer Konferenz. Insofern leidet die Stimmung trotz teilweise sehr inspirierender Vorträge etwas. Zum Glück lassen sich diese Probleme relativ gut fixen so dass hier noch einiges gehen kann.
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